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Castellaro Lagusello

Castellaro Lagusello

Beschaulich geht es zu - im romantischen Castellaro Lagusello. Der kleine Ort liegt ein wenig abseits der großen Urlauber-Ströme am Gardasee, dem größten aller norditalienischen Gewässer. Und das kommt den Einwohnern von Castellaro ganz gelegen, denn nur so ist es möglich, den mittelalterlichen Charme der historischen Gemäuer zu bewahren. Dieses Bemühen hat der Gemeinde unlängst sogar ein Prädikat eingebracht. Der Touring Club überraschte Castellaro Lagusello im Jahre 2002 mit einer orangefarbenen Fahne. Damit würdigte das Unternehmen den Ort als eines der "schönsten Viertel Italiens". Aber auch die UNESCO hat 2011 die prähistorischen Pfahlbauten in der Gemeinde als Kulturerbe anerkannt. 

Schon im Bronze-Zeitalter lebten Menschen in dieser Region in ihrer Häusern auf Pfählen. Der heutige Ort befindet sich oberhalb eines kleinen Sees, der die Form eines Herzens hat. Bis Peschiera fährt man mit dem Auto nur zehn Minuten - um einiges weiter ist es bis zur Arena di Verona. Aber der Ort Castellaro Lagusello bietet sich für einen unbeschwerten Urlaub geradezu an, denn er verfügt über zwei ausgezeichnete Restaurants und über diverse Übernachtungsmöglichkeiten. Ein paar winkelige Gassen, eine alte Kirche und ein Schloss aus dem 12. Jahrhundert - damit erschöpfen sich die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz der Familie Scala, die sich seit vielen Jahren liebevoll um die Erhaltung der Anlage bemüht. Der Ort wurde um 11. Jahrhundert gegründet und zwar in der Form eines Mauerringes. In einem Dokument, das Papst Eugenio zugeschrieben wird und an die Diozöse von Verona gerichtet war, wurde Castellaro Lagusello erstmals erwähnt. In den Schreiben aus dem Jahr 1145 ist von einer christlichen Gemeinde namens "Plebem de Castellaro" die Rede. In dieser Zeit entstand auch eine wehrhafte Burg, die allerdings immer wieder ihre Besitzer wechselte. Aus der Burg wurde um 1600 im Laufe der Jahrhunderte das heutige Schloss.

Der Historie des kleinen Ortes ist zu entnehmen, dass er 1815 unter der Oberhoheit des Königtums Lombardo-Veneto stand. Wer sich heute in Castellaro Lagusello umschauen möchte, der passiert eine Zugbrücke, die zu einem viereckigen Torturm führt. Die barocke Kirche ist San Nicola geweiht, und die sehenswerte hölzerne Madonnenfigur aus dem 15. Jahrhundert ist der ganze Stolz der kleinen Gemeinde. Am der Piazza ist die schöne Villa Arrighi-Tacoli nicht zu übersehen.
Nach Einbruch der Dunkelheit entfaltet der Ort seinen besonderen Zauber, denn Schloss und Kirche sind beleuchtet. In der näheren Umgebung treffen Wanderer auf ein Naturreservat. Castellaro Lagusello ist in ganz Italien als Hochburg des Tamburinsports bekannt.